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07.06.09

lesen Sie:  Tagesbericht von Jörg Kohr (Spidy)

Alltag eines Radkuriers oder mein Fahrrad und ich

 

90% Sonne und 10% Regen sagt der Wetterdienst für morgen voraus. Hoffe Wetter.de hat diesmal recht. 6:45Uhr- der Wecker klingelt und reißt mich apruppt aus dem Schlaf. Die Sonne ist auch schon wach und schickt ihre ersten Strahlen durch die Rolladenschlitze. Blauer, wolkenloser Himmel kommt nach dem Heraufziehen der Jarlousin zum Vorschein. Der Tag kann beginnen. Leicht schlaftrunken geht es in die Küche zum schnellen Frühstück. Viel Wasser und Müsli gibt’s, um den Körper für die kommenden Stunden vorzubereiten. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass ich mich beeilen muss. Also noch einen Happen essen, Tasche mit den Klamotten auf den Rücken und aufi mit dem Rad zur Zentrale. „Oh man, zum Glück hab‘ ich lange Kleidung dabei“, denke ich mir beim Herausgehen aus der Tür. Nach dem Erreichen der Zentrale wird dem Disponenten bescheid gesagt, die neusten Mails und Nachrichten gecheckt und die Raduniform, bestehend aus Trikot, Hose und Helm, angezogen und die Tasche fertig gemacht. Danach kurz noch das Handy mit dem Headset verbunden, um später nicht anhalten zu müssen und auf geht’s. Mit geschultem Blick und viel Gefühl wird sich durch die Automassen der frühen Morgenstunden geschlängelt. Langsam kommen die ersten Schweisstropfen zum Vorschein und der Kreislauf erwacht. Kurz nochmal hochschalten, aus dem Sattel gehen, nach links und rechts schauen, ob wirklich niemand kommt und der erste Kunde ist erreicht. Fahrrad hinstellen, abschließen, Tür rein, „Guten Morgen“ zu allen offenen Bürotüren sagen, anklopfen, Sendung abholen, noch „einen schönen Tag“ wünschen, runterlaufen und schon sitzt man wieder auf dem Rad, unterwegs zum nächsten Kunden. Zwischendurch klingelt das Telefon. „Rheinstraße zu Wilhelmstraße“ wird kurz durchgegeben, damit der Disponent weiß, wo ich mich gerade befinde. „Fahr doch bitte noch bei der Taunusstraße vorbei, bevor du zur Bahnhofstraße fährst“. Ein kurzes „OK“ und „tschüss“ reicht. Nun wird hochgeschalten und kräftig in die Pedalen getreten, um doch noch rechtzeitig über die schon rot werdende Ampel zu kommen. Mit der nun aufgenommen Geschwindigkeit und dem aufmerksamen Blick auf alle Verkehrsteilnehmer, wird die nächste Kurve wie im Flug genommen. Mit nun knapp 50Km/h versetze ich manche Autofahrer in Erstaunen, als ich an ihnen vorbeiziehe und dabei noch versuche, zu lächeln. In solchen Momenten vergesse ich die nasskalten Tage des Winters sehr schnell und lasse mich von der Sonne und meinen Beinen über den Asphalt tragen.

Jedoch an der nächsten Kreuzung ist es aus mit träumen und die Realität kehrt wieder ein. Hupende Autos, jede Menge Abgase und ab und zu auch ein Lächeln eines Passanten oder Autofahrers, die wahrscheinlich gerade gerne mein Rad hätten um schneller durch den frühmorgendlichen Geschäftsverkehr zur Arbeit zu gelangen.

Laut Statistik ist ein Radkurier im Innerstadtbereich um bis zu 40% schneller als ein Auto oder Roller und dabei Umweltfreundlicher, sieht man einmal von der schnelleren Atmung des Radkuriers ab. Dabei braucht er als Benzin nur Wasser und Essen und keine 1.39/Liter an der Tankstelle. Außerdem kriegt man dadurch noch schöne Beine, kann mehr essen durch den höheren Energiegrundumsatz und ist immer an der frischen Luft. Was gibt es schöneres.

Zurück auf die Straße wo es mittlerweile Mittag und dadurch meine Schicht schon fast beendet ist. Da klingelt nochmal das Telefon. Nach 2maligem ring ring bin ich wieder mit dem Disponenten verbunden, gebe meinen Standort durch und kriege die Daten für die letzte Fahrt. „Einmal Direktfahrt, Waldstraße zur Schwalbacher aber flott“, klingt es aus dem Hörer. Noch einmal treten die Beine was sie können. Der Schweiß läuft, die Beine tun weh und die Atmung wird schneller. 5h Radfahren plus Treppen rauf und runter haben ihre Spuren hinterlassen. Es wird zeit das ich mal wieder was zwischen die Zähne bekomme, denke ich mir noch als ich das letzte Paket abgebe und damit meinen soll für heute erledigt habe. Jetzt heißt es einen Gang runter schalten, locker ausfahren, umziehen, Abrechnung erledigen und beim Disponenten abmelden. Während ich die Zentrale verlasse, den schnellsten Weg nach Hause einschlage und das Essen schon wahrlich riechen kann, kommt mir ein Spruch eines berühmten Malers in den Sinn den ich sehr passend finde:

Arbeit bedeutet atmen für mich; wenn ich nicht arbeiten kann, kann ich nicht atmen! Pablo Picasso

Bis zum Wiedersehen auf Wiesbadens Straßen

Eure UKW Fahrer


02.06.09

Wir sind zurück aus Berlin von der ECMC2009 und ich muß hier sagen, daß alle aus dem Team sich super Geschlagen haben.

Die Kuriere von UKW/UKM gehören zu den 100 schnellsten Fahrradkurieren von ganz Europa.

3 von 4 Kurieren haben sich für das Finale des Hauptrennens qualifiziert und Spidy hat sogar im Finale 4 von 5 Manifests abgearbeitet. Respekt !

Alles in allem war es eine sehr schöne Veranstaltung, das Wetter hat auch mitgespielt und es war sehr schön zu sehen wieviel Berufskollegen aus ganz Europa jeden Tag die gleichen Probleme haben wie auch wir.

Mit sportlichen Grüßen Steffen

PS: gewonnen hat ein alter Kurierfreund aus Zürich: unser Stivi "Herzlichen Glückwunsch" wünscht das komplette UKW/UKM Team


06.05.09

Das UKW Team wird an Pfingsten in Berlin bei der Europameisterschaft der Fahrradkuriere

mit 4 Fahrern ins Rennen gehn. Drücken Sie uns die Daumen und lesen Sie den Erfahrungsbericht.


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